IBA-Terrassen

IBA-Terrasen

Die IBA-Terrassen in Großräschen 

 

Vom Tagebau zum Seenland - Von der Kohle zum Wasser

Großräschen war über Jahrzehnte eine Bergbaustadt der Lausitz. Der Tagebau Meuro prägte die Region und ließ die südliche Stadthälfte fast vollständig verschwinden. Mit dem Ende der Braunkohleförderung stand die Stadt vor der Frage, wie aus dieser Bergbaufolgelandschaft eine lebenswerte Zukunft entstehen könnte. Die Antwort fand sich im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land, die von 2000 bis 2010 Konzepte für den Strukturwandel im Lausitzer Seenland entwickelte. 2007 wurden symbolisch die Ventile geöffnet und die einstige Grube Meuro geflutet – die Geburtsstunde des Großräschener Sees, der seinen endgültigen Wasserstand im Jahr 2024 erreichte.

 

Ein neues Wahrzeichen entsteht

Als Ergebnis eines internationalen Architekturwettbewerbs entstanden am Ufer des neuen Sees die IBA-Terrassen: eine rund 270 Meter lange, minimalistische Anlage aus drei durch Terrassen verbundenen Gebäudewürfeln, entworfen vom Frankfurter Architekten Ferdinand Heide. Die Architektur spiegelt bewusst die Verbindung von Natur, Kultur und Bergbautradition der Region wider und wurde mit dem Brandenburgischen Architekturpreis ausgezeichnet. Eingebettet liegen die Terrassen zwischen der Seebrücke – gefertigt aus dem Ausleger eines ehemaligen Tagebaugroßgeräts –, einem 2012 angelegten Weinberg mit bis zu 33 % Hangneigung, der einzigen Steillage Brandenburgs, und dem Aussichtspunkt Victoriahöhe. Im Besucherzentrum der Terrassen erzählt die Ausstellung „12 Fragen – 12 Antworten“ die Geschichte des Wandels vom Tagebau zur Seenlandschaft.

 

Die Seebrücke – ein Wahrzeichen aus Stahl

Direkt unterhalb der IBA-Terrassen erstreckt sich die Seebrücke, eines der markantesten Wahrzeichen des Großräschener Sees. Sie besteht aus dem Ausleger eines ehemaligen Tagebaugroßgeräts, das einst im Tagebau Meuro im Einsatz war und Braunkohle sowie Abraum bewegte. Anstatt das gewaltige Stahlbauteil nach der Stilllegung des Tagebaus zu verschrotten, wurde es als Erinnerungsstück in die neue Landschaft integriert und zu einer begehbaren Brücke umfunktioniert, die weit in den See hinausragt. So wurde aus einem Symbol der Braunkohleförderung ein Symbol des Wandels: Wo einst tonnenschwere Maschinen die Erde umwälzten, genießen heute Besucherinnen und Besucher den Blick über das Wasser, den Stadthafen und die Terrassenlandschaft. Die Seebrücke steht damit exemplarisch für den Grundgedanken der IBA Fürst-Pückler-Land, das industrielle Erbe der Region sichtbar zu bewahren, anstatt es verschwinden zu lassen, und ist heute eines der beliebtesten Fotomotive und Ausgangspunkte für einen Spaziergang entlang des Ufers.

 

Freizeit und Erholung am See

Heute ist der Großräschener See einer von zehn Seen des Lausitzer Seenlandes, die künftig über Kanäle miteinander verbunden werden. Von April bis Oktober lädt er zu Wassersport und Baden ein, sei es am Stadtstrand oder ausgehend vom Stadthafen unterhalb der Terrassen. Rund um den See führt ein 18 Kilometer langer, größtenteils asphaltierter Seerundweg, der auch Teil überregionaler Radrouten wie der Seenland-Route und des Fürst-Pückler-Wegs ist – ideal für Radtouren entlang von Ufer, Wiesen und Wäldern. Ergänzt wird das Angebot durch geführte Touren von iba-aktiv-tours mit Bus, Kleinbahn oder Fahrrad, Weinbergführungen mit Verkostung, den Hafenspielplatz, die Allee der Steine mit eiszeitlichen Findlingen sowie die Aussichtspunkte Victoriahöhe und Reppister Höhe. Ein Bistro im Besucherzentrum rundet den Ausflug ab.

 

 

 

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