Braunkohle

Braunkohle

Braunkohle - Was ist Braunkohle? 

Braunkohle ist ein fossiler Energieträger, der vor etwa 15 bis 30 Millionen Jahren aus abgestorbenen Pflanzenresten entstanden ist. Diese lagerten sich in Mooren und Sümpfen ab und wurden unter Luftabschluss sowie dem Druck darüberliegender Erdschichten über Millionen von Jahren zu Kohle umgewandelt. Da dieser natürliche Prozess sehr lange dauert, zählt Braunkohle zu den nicht erneuerbaren Energierohstoffen. Im Vergleich zur Steinkohle besitzt Braunkohle einen höheren Wassergehalt und einen geringeren Heizwert. Da sie häufig nur wenige Meter unter der Erdoberfläche liegt, kann sie im Tagebau vergleichsweise einfach gewonnen werden. In der Lausitz befinden sich zwei bedeutende Braunkohleflöze – das erste Lausitzer Flöz und das tiefer liegende zweite Lausitzer Flöz.

 

 Braunkohle - Wie wird Braunkohle abgebaut? 

In der Lausitz erfolgt die Förderung überwiegend im Tagebau. Zunächst werden Wälder, Felder und Gebäude entfernt. Anschließend tragen riesige Schaufelradbagger und Förderbrücken den sogenannten Abraum – also die Erd- und Gesteinsschichten über dem Kohleflöz – ab. Erst danach kann die Braunkohle gewonnen und über Förderbänder zu Kraftwerken oder Brikettfabriken transportiert werden. Damit die Tagebaue nicht volllaufen, muss der Grundwasserspiegel großflächig abgesenkt werden. Diese Grundwasserabsenkung wirkt sich noch Jahrzehnte nach dem Ende des Bergbaus auf die Region aus und trägt zur Trockenheit vieler Landschaften bei.

 

 

Braunkohle - Die Geschichte des Braunkohlebergbaus in der Lausitz 

Mit der Entdeckung der Braunkohlevorkommen Mitte des 19. Jahrhunderts begann der wirtschaftliche Aufstieg der Lausitz. Zunächst wurde die Kohle in kleineren Tiefbauen gefördert, später setzte sich der großflächige Tagebau durch. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Lausitz zu einem der wichtigsten Braunkohlereviere Deutschlands. Rund um die Tagebaue entstanden Kraftwerke, Brikettfabriken, Kokereien und neue Wohnsiedlungen für die Beschäftigten. Vor allem in der DDR war Braunkohle der wichtigste Energieträger. Der hohe Energiebedarf führte jedoch zu massiven Eingriffen in Natur und Landschaft. Mehr als hundert Dörfer mussten dem Bergbau weichen, Tausende Menschen wurden umgesiedelt und große Wald- und Landwirtschaftsflächen verschwanden. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden zahlreiche Tagebaue geschlossen. Seitdem befindet sich die Region in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Der Braunkohleabbau spielt in der Lausitz weiterhin eine wichtige Rolle für die Energieversorgung Deutschlands, wird jedoch schrittweise beendet. Im Rahmen des beschlossenen Kohleausstiegs endet die Braunkohleverstromung spätestens 2038. Aktiv sind heute nur noch die Tagebaue: Welzow-Süd  Nochten  Reichwalde Viele ehemalige Tagebaue werden bereits saniert und in neue Landschaften umgewandelt. 

 

Bergbaufolgelandschaft - Nachnutzung 

Nach dem Ende des Bergbaus beginnt die langfristige Umgestaltung der Landschaft. Dabei werden zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt

 Rekultivierung:

 Bei der Rekultivierung werden ehemalige Tagebaue gezielt für neue Nutzungen vorbereitet. Restlöcher werden geflutet und entwickeln sich zu Seen. Kippenflächen werden zu Wäldern, Landwirtschaftsflächen oder Gewerbegebieten umgestaltet. Dadurch entstehen neue Lebens- und Wirtschaftsräume. 

Renaturierung:

 Bei der Renaturierung steht die Natur im Mittelpunkt. Die Flächen werden weitgehend sich selbst überlassen, sodass sich Pflanzen- und Tierwelt eigenständig entwickeln können. Viele dieser Gebiete werden später als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Beide Verfahren benötigen viel Zeit und erhebliche finanzielle Mittel, da Böden und Wasserhaushalt stark verändert wurden. 

 

Bergbaufolgelandschaft - Herausforderungen der Zukunft

 Der Strukturwandel ist bis heute nicht abgeschlossen, sodass die Lausitz vor mehreren Herausforderungen steht: 

- Sicherung neuer Arbeitsplätze nach dem Kohleausstieg

 - Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts 

- Finanzierung der langfristigen Bergbausanierung

 - Entwicklung nachhaltiger Wirtschafts- und Tourismusangebote

 - Ausbau erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Akzeptanz in der Bevölkerung 

Heute steht die Lausitz exemplarisch für den Wandel einer ehemaligen Bergbauregion. Wo einst riesige Tagebaue das Landschaftsbild bestimmten, entstehen heute Seen, Naturräume, touristische Ziele und neue wirtschaftliche Perspektiven. Die Region befindet sich damit weiterhin in einem der größten Landschaftsumbauprozesse Europas.

 

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